Luhmanns Objektivität

Dieses Objektivitätsprinzip (bei Luhmann) lautet: „Die Eigenschaften des Beobachters dürfen nicht in die Beschreibung des Beobachteten eingehen“ (Foerster 1993b: 63). Dies ist allerdings für Foerster ein Ding der Unmöglichkeit, denn „wenn die Eigenschaften des Beobachters, nämlich die Eigenschaften des Beobachtens und Beschreibens, ausgeschlossen werden, bleibt nichts mehr übrig, weder die Beobachtung noch die Beschreibung“ (ebd.: 64). Eben deshalb muß das Objektivitätsprinzip aufgegeben werden. Der springende Punkt in der Kybernetik zweiter Ordnung ist daher der, den Beobachter in die eigene Beobachtung miteinzubeziehen – gewissermaßen als eine moderne Wendung des antiken Erkenne dich selbst.

Zitiert aus: Wolfram Lutterer – Die Ordnung des Beobachters (Seite 7)


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